Sehenswürdigkeiten in Cuxhaven

Sehenswürdigkeiten in Cuxhaven


Wrackmuseum

Die versunkene Stadt Atlantis werden Besucher im Wrackmuseum nicht vorfinden, dafür aber jede Menge anderer Schätze, die das Meer gehortet hat. Im Wrackmuseum in Cuxhaven werden die Erlebnisse und Schicksale von Schiffen und deren Besatzung wieder lebendig. Die deutsche Bucht gehört zu den meist befahrenden Schiffswegen und ist zugleich ein großer Schiffsfriedhof. Was so alles auf der rauen See geschehen ist, das wurde zum Teil in Aufzeichnungen festgehalten. Aber wie sah es wirklich an Bord aus? Hier lassen sich einige Vermutungen anstellen, aber Gewissheit geben erst die vielen, hochinteressanten Funde aus den alten Fracks. Handelswaren, Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und Kurioses sind hier zu sehen. Da staunt der Besucher über ein Glas mit Stachelbeeren von 1915, historische Autoteile, Handfesseln oder einen 70 Jahre alten Ballen Stoff, der aussieht, als käme er gerade frisch aus dem Laden. Daran wird sichtbar, dass das Wasser durchaus auch eine konservierende Wirkung hatte. Im Wrackmuseum lebt die abenteuerliche Seefahrt, mit all ihren persönlichen Facetten, wieder auf.


Burg Bederkesa

Die Burg Bederkesa gehört zu den wichtigen Baudenkmälern in der Region Cuxhaven, da sie eine der wenigen Anlagen ist, deren Geschichte bis in das Mittelalter zurückzuverfolgen ist. Unweit von Cuxhaven, in Bad Berkesa liegt das imposante Gemäuer, das jede Menge Geschichte(n) erzählen kann. Zahlreiche Herrschaftshäuser hatten die Burg in Beschlag genommen und so zu ihrer einmaligen Historie beigetragen. Im 12. Jh. wird die Burg erstmalig erwähnt, unter den Rittern von Berkesa, als Dienstmannen. Damals sollen noch imposante Holzbauten auf dem Burgberg gestanden haben. Im 15. Jh. fällt die Burg in den Besitz der Stadt Bremen. Das erste Gebäude aus Stein wurde von den Bremern 1460 gebaut und ist heute als der Südflügel bekannt. Mit der Errichtung des Nord- und Mittelflügels war die Burganlage dann 1579 vollständig neu aufgebaut. Unter dem Südflügel befindet sich ein Gewölbe, das heute für Museumspädagogik und Veranstaltungen genutzt wird. Von 1654 bis 1712 wurde die Burg unter die Herrschaft der schwedischen Krone gestellt. 1720 fiel die Burg an das Kurfürstentum Hannover. Während dieser Residenzzeit folgten in vielen Teilen der Burg Umbauten. Es wurden Flügel abgerissen und neue Elemente hinzugefügt. Nachdem Hannover 1866 preußische Provinz geworden war, wurde die Burg durch die Regierung an Privatpersonen verkauft. Zunächst diente der ehemalige Herscher- und Verwaltungssitz als Gaststätte und Ausflugslokal. Doch die Nutzungsmöglichkeiten änderten sich durch die Kriegswirren immer wieder: Gefangenlager, Musterungshaus, Turnhalle, Schlammbad, Tanzschule, Flüchtlingsunterkunft und einiges mehr. Kaum zu glauben, was das Gemäuer alles miterlebt hat. Die Zeit und das Treiben hatten ihre Spuren hinterlassen und das Gebäude war 1972 in einem außergewöhnlich schlechten Zustand. Ein letzter Versuch, aus der Burg ein Hochhausappartement zu machen, wurde zum Glück von der öffentlichen Hand verhindert. Nach historischen Vorbildern wurde die Anlage wieder mit allen Flügeln aufgebaut und beherbergt heute als Museum bedeutende archäologische Funde aus der Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Cuxhaven.


Ringelnatz-Museum

Der Dichter Joachim Ringelnatz ist aus den Quellen für Dichtung und Literatur nicht mehr wegzudenken. Mit seinen großteils satirisch orientierten Werken erfreute er ganze Künstlerkreise und auch Liebende waren von seinen außergewöhnlichen Versen hin und weg. Geboren wurde Ringelnatz als Hans Bötticher in Wurzen bei Leipzig. Dass ein Museum, um das Lebenswerk des Schriftstellers, dann in Cuxhaven steht, hat seinen relevanten Grund. Ringelnatz war hier im ersten Weltkrieg bei der kaiserlichen Marine stationiert. Diese Zeit sollte sein weiteres Schaffen prägen. Als Junge war Ringelnatz eher das, was man einen kleinen Lausbub nennt. Er schrieb und malte schon damals mit einer begeisternden Leidenschaft. Sein eher auffälliges Aussehen mit der langen Hakennase und der schmächtigen Gestalt ließen ihn immer wieder zum Angriffspunkt für sich selbst und andere werden. Aber das bekümmerte ihn nicht. Er wollte seinen Weg gehen. Sein Traum war die Marine. Als Leichtmatrose und später als Offizier bereiste Ringelnatz die Welt - jedoch immer nur für begrenzte Zeit. Zwischendurch war er, wie man heute so schön sagt „arbeitslos“. Kaufmännische Lehren, die er begonnen hatte, beendete er immer vor dem Abschluss, weil seine kleinen Schwindeleien, bezüglich seiner Referenzen, aufflogen. Aber er nahm es mit Humor und versuchte sich im Künstler Milieu des Simplicissimus. Und das sehr erfolgreich. Als Kabarettist und Schriftsteller folgten seine Veröffentlichungen in Buchform und auf der Bühne. Heute könnte man sagen, er war ein Stehaufmännchen und ein Multitalent. Denn er ließ sich nicht von Misserfolgen unterkriegen und seine Erfolge stiegen ihm andererseits auch nicht zu Kopf. Eine weiteres Steckenpferd baute er in seinen späten Jahren auf: Das Malen. Auch hier sind Kunstwerke entstanden, die heute zusammen mit hochrangigen Malern ausgestellt werden. Das Ringelnatz Museum zeigt in vielen persönlichen Bildern, Dokumenten und weiteren Exponaten das aufregende Leben des herausragenden Künstlers der deutschen Literatenszene. Und die Aha-Effekte bleiben garantiert nicht aus bei diesem Schelm.


Dicke Berta

Schlanke Anna oder Dicke Berta - in Cuxhaven haben die Leuchttürme alle ihre liebevollen Namen bekommen. Diese Zeugen erzählen ein Stück Geschichte aus der alten Seefahrerzeit. Denn damals mussten sich die Seefahrer an Landmarken und Bauten orientieren, um zu wissen, wo sie sich befanden. Die dicke Berta in Altenbruch wurde 1897 gebaut, da die bis dato vorhandenen Leuchttürme nicht mehr ausreichend waren. Das Leuchtfeuer war bis 1983 in Betrieb. Der weiße runde Turm mit schwarzer Laterne misst 13 Meter vom Boden bis zur Dachspitze. Der Turm hat einen Durchmesser von 4,25 Meter. Die Hauptlichtquelle war ursprünglich Petroleum Glühlicht. Dieses wurde 1927 durch die Glühlampe abgelöst. Heute kann der Leuchtturm besichtigt werden und dabei erfahren Interessierte alles rund um die Geschichte des Turmes, die Funktion und auch die ein oder andere amüsante oder gruselige Anekdote. Das Zimmer des Leuchtturmwärters, das an ein kleines beschauliches Arbeitszimmer, im Stil der guten alten Zeit erinnert, gibt einen kleinen Einblick in den Alltag dieses Berufes. Auch die umfangreiche Technik, die in so einem Leuchtfeuer steckt, kann der Besucher an der alten Stromversorgung, dem Gasnotlicht oder aber dem Pressluftbehälter erkennen. Das Erklimmen der 41 Stufen gehört natürlich zur Erforschung dazu. Auch Paare, die sich trauen, können sich das Ja-Wort in luftiger Höhe, mit herrlichem Ausblich auf die Elbe, geben.


Wattenmeer

Das Tor zur Welt war für Hamburg nicht der Hamburger Hafen, sondern die ehemals rechtlich zu Hamburg gehörende Stadt Cuxhaven. Hier mündet die Elbe in die Nordsee, hier nehmen die großen Ozeanriesen ihre Fahrt auf, und hier findet man ein UNESCO Welterbe – das Wattenmeer. Zweimal täglich wiederholt sich das Schauspiel der Überflutung der küstennahen Gebiete zwischen Holland und Dänemark, und zweimal am Tag läuft das Wasser wieder ab und gibt eine riesige Fläche von Wattenboden frei. Rund um Cuxhaven befindet sich im und am Wattenmeer ein eindrucksvoller Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze. Muscheln, Krebse und Wattwürmer leben seit Millionen von Jahren mit dem ab- und auflaufenden Wasser. Sie befinden sich innerhalb einer langen Nahrungskette, von der auch zahlreiche Wattvögel wie Möwen, der Austernfischer oder die Seeschwalben leben. Viele dieser einzigartigen Vogelarten nutzen das Wattenmeer als Rastplatz, bevor sie sich auf den langen Weg in wärmere Gebiete begeben. Ein unvergleichliches Schauspiel ist der Besuch der vielen Seehundbänke im niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer rund um Cuxhaven. Auf manchen dieser Sandbänke kann man mehr als 50 Stück dieser prachtvollen Tiere, teilweise mit ihren Jungtieren, den Heulern, beobachten. Auf vielen Wiesen direkt am Meer, den sogenannten Salzwiesen, die bei Hochwasser überflutet werden, befinden sich zunehmend seltene Pflanzen. Hier findet man z. B. den Salzbeifuß oder die violett blühende Strandnelke. Auch der Mensch hat sich rund um Cuxhaven und dem Wattenmeer ein touristisches Refugium geschaffen. So lohnt sich immer ein Ausflug zur „Alten Liebe“ einem historischen Schiffsanleger, auf dem man besonders in den Morgen- bzw. Abendstunden einen unvergleichlichen Blick auf das Meer genießen kann. Oder aber man erfährt den Lebensraum Wattenmeer direkt und unmittelbar bei einer Wattwanderung zur Insel Neuwerk mit ihrem mehr als 700 Jahre alten Leuchtturm.


Hapag-Hallen

Die historischen Hapag-Hallen stehen noch heute für prägende Erinnerungen. Sie erzählen die Geschichten der Auswanderer, die ihr Glück in Amerika suchen wollten und von hier ihre Reise antraten. Als Abfertigungshallen für die Passagiere im Atlantik –Liniendienst der Hamburg-Amerika-Linie, besser bekannt unter dem Namen HAPAG, wurden sie in der Zeit von 1900-1902 erbaut. Nostalgiker erinnern sich noch gerne an die bunten Plakate dieser Dampferlinie, die das Gefühl der großen weiten Welt vermittelten. Zusammen mit dem historischen Kai Steubenhöft, bilden die Hapag-Hallen einen historischen Gesamtkomplex, der auch heute noch zur Abfertigung von Passagieren, die zu großen Kreuzfahrtabenteuern aufbrechen, abfertigen. Amerika als das gelobte Land, in dem das Glück auf der Straße liegt, war im 19. Jahrhundert das Ziel vieler Deutschen. Mit wenig Gepäck und den Gedanken voller Hoffnung, nahmen sie Abschied in den Hapag-Hallen und machten sich auf die Reise in die neue Welt. Im Empfangsgebäude Steubenhöft wird die Zeit der Auswanderung wieder mehr als lebendig. Beim Anblick der Exponate und Abbildungen in der Ausstellung „Abschied nach Amerika“, wird den einen oder anderen Besucher vielleicht selbst das Fernweh packen. Aus den großen Fenstern gleitet der Blick direkt auf das weite Meer und lädt zum Träumen ein. Aber auch Wehmut und Schicksale bleiben nicht verborgen. In der umfangreichen CUXAUS Datenbank, die über das Internet abgerufen werden kann, sind viele Auswanderernamen zu recherchieren und vielleicht ist auch ein Vorfahre oder Verwandte der eigenen Familie dabei. Die ehemaligen Wartesäle dienen heute als Veranstaltungsort für viele kulturelle Aktivitäten.


Schloss Ritzebüttel

Von spätmittelalterlicher Backsteinbaukunst zeugt das Schloss Ritzebüttel. Im 14. Jahrhundert wurde es von dem Grundherrengeschlecht Lappe erbaut. Es sollte ein massives Herrscherhaus werden und glich äußerlich auch mehr einem Wehrturm als einem Schloss. Das Schloss gelangte im Zuge von Reformen 1394 in die Hände der Stadt Hamburg, die es nach vorangegangener Belagerung und Einnahme, dann doch ordnungsgemäß, den mittlerweile hoch verschuldeten Eigentümern abkaufte. Es entstand das Hamburgische Amt Ritzebüttel. Hamburg hatte somit eine Außenstelle mit Länderein, um die Getreidevorräte für schlechte Zeiten zu sichern. Ritzebüttel wurde auch als Winternothafen genutzt. Die Bekämpfung des verbreiteten Seeräubertums war ein weiterer Aspekt. Für die Verwaltung wurde ein Hamburger Senator als Amtmann eingesetzt, der mit großer Machtbefugnis ausgestattet war. Auch heute noch unterhält man sich gerne schmunzelnd über seine Person. Ironisch wird das Bild gezeichnet, vom Amtmann der in Schloss Ritzbühl mehr hauste als lebte und dessen unbrauchbare Kanonen die Elbmündung vor den Piraten schützen sollten. Auch das Äußere des Schlosses veränderte sich mit der neuen Nutzung. So wurden Erhöhungen der Anlage vorgenommen und die Vorderfront um einen Fachwerkbau im Hamburger Stil erweitert. Viele Amtmänner regierten im Laufe der Zeit. Der erste hieß Ludolf Wulffhagen, der letzte war Amandus Abendroth. Alle haben in ihrer Amtszeit viel bewegt, setzten sich für Zivilisierung, Sozialisierung oder aber wissenschaftliche Zwecke ein. Mit der Übernahme von Cuxhaven durch die preußische Regierung im 19. Jahrhundert war auch die Ära der Amtmänner und des Schlosses beendet. Erst 1981 kam das historische Bauwerk in den Besitz der Stadt Cuxhaven. Es folgte eine Renovierungsphase von fast zwölf Jahren, um das Schloss wieder authentisch herzurichten. So sind nun die berühmte Amtmannstube und der ehemalige Sitzungssaal von 1894 wieder angelegt und das ganze Haus erstrahlt in neuem Glanz. Heute beherbergt das Schloss ein Restaurant und das Standesamt. Im ehemaligen Turm finden Veranstaltungen aus Kunst und Kultur statt. Wohnräume, im Stil der Jahrhundertwende und Ausstellungen geben dem alten Gemäuer wieder sein ursprüngliches Flair.

Zahlen & Fakten: Stadtname:
Cuxhaven

Bundesland:
Niedersachsen

Landkreis:
Cuxhaven

Höhe:
2 m ü. NN

Fläche:
161,91 km²

Einwohner:
50.846

Autokennzeichen:
CUX

Vorwahl:
04721 ? 04724

Gemeinde-
schlüssel:

03 3 52 011

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